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Die Entdeckung des fünften Beatles – und einer Führungspersönlichkeit

 

10. Oktober 2019

IDG Pat McGovern

Abbey Road, 1969, das letzte Album der Beatles. Auf dem berühmten Cover: Fünf Männer gehen in einer Reihe über einen Zebrastreifen. Fünf? Die Beatles waren doch immer zu viert? Denkste: In Videos von Auftritten schwingt der fünfte Beatle enthusiastisch zwei Rasseln. Schulterlanges schwarzes Haar – der gleiche Mann wie auf dem Cover. Eine musikalische Sensation?

Mitnichten. Der fünfte Beatle ist Pat McGovern, der Gründer von IDG.

„Das Ganze hatte er sich als Promotion-Gag ausgedacht“, erklärt Glenn Rifkin an diesem Abend, als er den rund 110 amüsierten Zuhörern zwei Videos von Beatles-Auftritten vorführt. Darin ist McGovern technisch perfekt eingepasst und retuschierte Fotos zeigen ihn im Gespräch mit den berühmten Band-Mitgliedern.

Die Videos sind ein Höhepunkt auf diesem Event im September bei IDG. Zu Gast sind der Sohn des IDG-Gründers Pat McGovern und Glenn Rifkin, der ein Buch über unseren Gründer geschrieben hat.

IT als Katalysator für die Zukunft

Rifkin zeigt mit der Video-Story trefflich die Mission auf, die McGovern antrieb. McGovern war ein Vordenker der Technologie-Branche und er sieht die Beatles als gesellschaftliche Visionäre und Geistesverwandte. Er will sich mit ihnen in London treffen, um ihnen von seiner Vision zu erzählen, dass IT die Zukunft prägen wird. Die Beatles sind davon so angetan, dass sie Freunde werden und McGovern mit auf Tournee nehmen. Einer ihrer Hits wird „It was a hard day’s Net.“

Rifkin und Pat McGovern, der Sohn des IDG-Gründers, berichten von einem Mann, der Neugier, Risikobereitschaft und den Mut vereinte, Konventionen hinter sich zu lassen. Deshalb nehmen viele im Publikum den beiden Erzählern die Beatles-Geschichte zunächst ab: McGovern wäre der Typ gewesen, der mit den Beatles kann und mit auf die Bühne springt.

Der Buchautor berichtet etwa, wie McGovern zu einem Zwischenstopp in Beijing landete und spontan entschied, den Anschlussflug sausen zu lassen, um sich in der Stadt umzusehen. Er wanderte neugierig durch die Straßen und beobachtete das Treiben – zu dieser Zeit war China noch tief maoistisch geprägt.

Nur wenig später, Anfang der 80er Jahre, gründete McGovern das erste US-Chinesische Joint Venture und veröffentlichte als erstes westliches Verlagshaus eine Publikation. In den 80er und 90er Jahren mussten dann alle internationalen Publisher, die nach China wollten, über IDG gehen. „Das Investment in China von mehreren 100.000 US-Dollar führte zu 85 Millionen US-Dollar Gewinn“, resümiert Rifkin.

Nicht alles hat so gut funktioniert – ein Kamel in der Lobby eines Pariser Grand-Hotels sollte eine Promotion-Aktion begleiten. Das Tier fraß die wertvolle Begrünung und hinterließ deutliche Verdauungsspuren auf den teuren Orientteppichen, erzählt Rifkin amüsiert. Den darauf folgenden Ärger mit dem Hotel-Personal nahm McGovern gelassen hin.

Tiefer Glaube an die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter

Den gleichen Freiraum für Experimente gewährt er auch seinen Mitarbeitern. „Probieren wir es einfach aus“, erwiderte er auf den Vorschlag, ein Buch „DOS für Dummies“ herauszugeben. So einen Titel hielten damals viele für absurd, so könne man mit Lesern nicht umgehen.

Mehr als 8 Millionen Käufer waren anderer Meinung. Sie verstanden, dass sie damit ernst genommen wurden, weil der Titel genau ihr Bedürfnis nach grundlegenden Informationen ausdrückte. „XX for Dummies“ wurde zur Vorlage für unzählige erfolgreiche Veröffentlichungen.

An diesem Abend wurde unser Gründer noch einmal lebendig. In jeder dieser Geschichten schwingt der Respekt McGoverns für die Menschen und für seine Mitarbeiter mit. Er hat sie als Entrepreneure gesehen — das macht ihn auch zu einem Vorreiter eines modernen Management-Stils.

Euer Ansprechpartner:


Michael Kallus

Editorial Specialist, Custom Services
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