Facebook Twitter Twitter Twitter

Cornelia Rogall-Grothe und Karl-Heinz Streibich im Interview zum IT-Gipfel 2012: Plattform „GovApps“ soll Verwaltungsprozesse mobilisieren, E-Government-Gesetz fördert digitale Verwaltung

München, 8. November 2012 – Auf dem am 13. November in Essen stattfindenden Nationalen IT-Gipfel 2012 fällt der Startschuss für die neue Informationsplattform „GovApps“. Das haben Cornelia Rogall-Grothe, Bundesbeauftragte für Informationstechnik, und Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, in einem gemeinsamen Gespräch mit dem IT-Fachmagazin COMPUTERWOCHE (www.computerwoche.de) angekündigt. Auf der Plattform sollen Apps unterschiedlicher öffentlicher Anbieter sowie Apps mit einem besonderen Mehrwert für die Öffentlichkeit zentral vorgestellt und erklärt werden. Zudem sollen Behörden bei der Entwicklung von Apps künftig auf bestehende Tools und Funktionen zurückgreifen und somit Ressourcen sparen können.

„Bund, Länder und Kommunen erhalten so etwas wie eine gemeinsame E-Government-Visitenkarte. Wir machen existierende Angebote und ihre Datenschutz- und Sicherheitseigenschaften sichtbar“, erklärt Cornelia Rogall-Grothe das Projekt gegenüber COMPUTERWOCHE. Langfristig sollen dabei auch die eID-Funktion des Personalausweises und De-Mail eine zentrale Rolle erhalten und so deren Nutzung deutlich ausgeweitet werden. „Das schafft das Vertrauen der Anwender, das wir gerade in diesem Fall für eine möglichst schnelle und breite Akzeptanz besonders benötigen“, fügt Karl-Heinz Streibich hinzu.

Trotz Kritik sei Deutschland bei der Einführung von effizienten E-Government-Strukturen auf einem guten Weg, meinen Rogall-Grothe und Streibich, die gemeinsam einen Arbeitskreis beim Nationalen IT-Gipfel leiten. Insbesondere das kürzlich beschlossene E-Government-Gesetz beseitige viele Hürden, die bislang eine wirkungsvolle digitale Verwaltung auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene erschwert hätten. „Es handelt sich durchaus um eine Zäsur“, bewertet Rogall-Grothe das im September von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Gesetz. „Damit können wir durchgängige elektronische Verwaltungsvorgänge gestalten.“

Dass Deutschland derzeit noch nicht zu den fortschrittlichsten E-Government-Nationen gehöre, liege an der fehlende Vernetzung der bestehenden E-Government-Angebote. Deshalb würden die Möglichkeiten bislang eher zurückhaltend genutzt. Hinzu komme die föderale Struktur sowie die Größe der Bundesrepublik, die eine rasche, flächendeckende Umsetzung erschwere. „80 Millionen Bürger einzubinden ist einfach schwieriger und aufwändiger als zum Beispiel acht Millionen“, betont Streibich gegenüber COMPUTERWOCHE. „Außerdem arbeitet die Verwaltung in komplexen Strukturen, deshalb schreitet manches nicht so schnell voran, wie wir uns das manchmal wünschen“, ergänzt Rogall-Grothe. Dessen ungeachtet betonen beide aber die gute Zusammenarbeit und den Austausch zwischen der hiesigen IT-Industrie und den IT-Verantwortlichen der öffentlichen Hand. Dadurch sei bereits vieles erreicht worden in Bezug auf Bürokratieabbau und effiziente Verwaltung.

Das komplette Interview ist im Internet auf www.computerwoche.de/2527058 sowie in der kommenden COMPUTERWOCHE-Ausgabe (46/2012, EVT 12. November) nachzulesen.

Für Rückfragen:

Heinrich Vaske,
Chefredakteur COMPUTERWOCHE,
Tel.: 089/360 86-275,
E-Mail: hvaske@computerwoche.de,
www.computerwoche.de